Flexodruck

Lexikon: Flexodruck

Beim Flexodruck handelt es sich um ein direktes Hochdruckverfahren. Das bedeutet, dass die Farbe direkt auf den Träger (beispielsweise eine Folie) übertragen wird. Die Bezeichnung „Hochdruck“ ist dabei nicht etwa auf den aufgewendeten Pressdruck zurückzuführen, vielmehr wird dadurch beschrieben, dass die zu druckenden Elemente (Logos, Schriftzüge etc.) als Erhöhungen auf der Druckform auftauchen. Das Flexodruckverfahren erfreut sich einer großen Beliebtheit, da es sehr vielseitig einsetzbar ist und damit Materialien bedruckt werden können, die mithilfe von anderen Methoden nicht oder nur eingeschränkt verarbeitet werden können.


Wie funktioniert der Flexodruck?

Beim Flexodruck drehen sich zwei Walzen in entgegengesetzter Richtung und berühren sich an einer Stelle. Dabei trägt die erste Walze die Druckform. Sie wird daher auch als Druckformzylinder bezeichnet. Die zweite Walze führt den Bedruckstoff und wird auch Gegendruckzylinder genannt. Eine dritte Walze – die Rasterwalze – wird dazu genutzt, um die Farbe auf die Druckform zu übertragen. Diese Rasterwalze ist auf der vom Gegendruckzylinder abgewandten Seite des Druckformzylinders. Die bei diesem Prozedere verwendeten Druckformen sind flexible Druckplatten aus Gummi oder elastischem Fotopolymer.


Drei verschiedene Anordnungen der Druckwerke

Bei Flexodruckmaschinen moderner Bauweise findet man in der Regel vier bis zehn Druckwerke vor. Durch diese wird der zu bedruckende Stoff geführt. Dabei unterscheidet man zwischen drei Arten, wie die Druckwerke angeordnet sind.


  • Reihenbauweise: Hier sind die die einzelnen Druckwerke nacheinander angeordnet.
  • Satellitenbauweise mit Zentralzylinder: Bei dieser Variante gibt es nur einen zentralen Gegendruckzylinder. Die Druckwerke sind um diesen herum platziert. Da der Bedruckstoff bei dieser Bauweise über den gesamten Druckvorgang hinweg auf dem Zylinder gehalten wird, sind Registergenauigkeit und Produktionsgeschwindigkeit hier besonders hoch.
  • Mehrzylinder-Kompaktbauweise: Das Substrat wird um einen Block herumgeführt, in dem die Druckwerke angeordnet sind.

Alle Bauweisen haben eine nachgelagerte Trocknungseinrichtung nach jedem Druckwerk gemein.


Welche Anwendungsgebiete und Vorteile hat der Flexodruck?

Das Flexodruckverfahren ist vielseitig einsetzbar. Das wichtigste Anwendungsgebiet stellt dabei das Bedrucken von Verpackungen aus Papier, Karton und Kunststoff dar. Zu Letzterem zählen insbesondere diverse Folien. Neben Klebefolien, wie wir Sie auch in unserem Shop anbieten, gibt es viele weitere Produkte, für die sich der Flexodruck gut eignet. Hier sind beispielsweise Getränkeverpackungen, Isolationspapier, Servietten, Tapeten, aber auch Zeitungen und Latexballons zu nennen. Die Anwendung des Verfahrens im Zusammenhang mit so vielen unterschiedlichen Materialien stellt auch einen der wichtigsten Vorteile des Flexodrucks dar. Zudem ist die Produktionsgeschwindigkeit relativ hoch; besonders gute Effizienzwerte werden bei Auflagen ab 3 000 Stück erzielt. Da außerdem meist sehr dünnflüssige Druckfarben auf Wasserbasis zum Einsatz kommen, ist das Prozedere verhältnismäßig umweltfreundlich.



Zurück